Forderungen von Magnus Becker:
In erster Linie möchte ich auf www.magnusbeckerblog.de andere Projekte vorstellen, die es schon gibt. Ich werde das Rad nicht "neu erfinden", sondern auf vorhandende Internetseiten mit Forderungen, die ich unterschreiben kann, aufmerksam machen. Wie zum Beispiel auf den "gegen Missbrauch e. V.":
"Was wird auf www.gegen-missbrauch.de angeboten?
Fast rund um die Uhr wird die Internetseite betreut, Forenbeiträge werden gelesen und beantwortet, das Gästebuch wird auf ungebetenen Inhalt überprüft, Emails bearbeitet; alle 1 – 2 Monate ein Themenchat organisiert. Der Verein erhält zahlreiche Anrufe pro Tag! Im Internet wird Überlebenden die Möglichkeit gegeben sich auszutauschen und gemeinsam mit ihnen geeignete Hilfe und Beratung zu finden. Viele gehen hier ihre ersten Schritte, was die Vergangenheitsbewältigung angeht. Dabei ist es den Initiatoren jedoch wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, dass die Internetplattform KEINE Alternative zu einer Therapie oder ähnlichem ist! Hier können lediglich Wege aufgezeigt werden, jedem wird zugehört und in der inzwischen großen Gemeinschaft hilft jeder jedem. Es wird versucht die Betroffenen zu informieren und ihnen Ängste und Vorurteile zu nehmen, was das Hilfeangebot im realen Leben betrifft.
Ist gegen-missbrauch e. V. auch außerhalb des Internets tätig?
Definitiv ja – und dieser Arbeitsbereich wird immer größer. Zwar entstehen die Kontakte fast immer im Internet, aber den Betroffenen wird größtmöglich auch real geholfen, indem der Verein sie zu Behördengängen oder Beratungsstellen, Ärzten etc. begleitet. Immer öfter können wir uns auch in individuellen Fällen für die Kostenübernahmen durch Krankenkassen einsetzen, bei denen noch ein großer Aufklärungsbedarf herrscht. Sollten wir es nicht schaffen, die Krankenkassen überzeugen zu können, übernehmen wir teilweise auch die Therapiekosten oder vergeben zinslose Darlehen zur Begleichung eben dieser. Kurz gefasst: Missbrauch und dessen Langzeitfolgen wirken sich fast immer auf das ganze Leben des Opfers aus – und wir bieten Hilfe, die sich auf alle Folgen ausdehnt… auch wenn es teilweise nur die Vermittlung an entsprechendes Fachpersonal beinhaltet.
Hinzukommt eine verstärkte Pressearbeit und auch zunehmend Präventionsarbeit. So werden wir immer mehr eingeladen, Schulungen abzuhalten (z. B. bei der Polizei, Kinder- und Jugendtelefon etc.).
Ziele des Vereins:
- Die Arbeit auf der Internetseite wird weiter gehen und sich weiter entwickeln – neue Ideen und Verbesserungen werden umgesetzt. Die Internetpräsenz soll demnächst auch auf Englisch erscheinen.
- Der Verein wird sich weiterhin für eine schärfere Gesetzgebung gegenüber Tätern, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben, einsetzen. Auch für die Verschärfung des Telekommunikationsgesetzes bzgl. Providerverantwortlichkeit werden wir kämpfen. Nicht zuletzt fordern wir auch eine gerechte Anpassung und Verwirklichung des Opferentschädigungsgesetzes.
- Individuelle Fälle möchte der Verein gerne weiter aktiv unterstützen (z. B. betroffene Kinder und Jugendliche vom Täterumfeld befreien und ggf. in Heim, Internat oder Pflegefamilie unterbringen, Überlebende zu Beratungsstellen und medizinischen Untersuchungen begleiten, etc.).
- Finanzielle Mittel sollen z. B. auch dazu eingesetzt werden, Videozeugenaussagen für Opfer sexueller Gewalt bundesweit zu standardisieren (Videoausstattung in Gerichtssälen).
- Weiterhin soll ist ein Konzept in Arbeit, welches Beratungs- und Präventionsmaßnahmen für Schulen anbietet, wobei eine größere Zusammenarbeit mit Beratungs- und Anlaufstellen erhofft wird (Infoflyer und Aufklärungsbroschüren sollen erstellt und in den Schulen ausgelegt werden, Informationsabende in Schulen sollen regelmäßig stattfinden). Der Verein gegen-missbrauch e. V. möchte dabei als Organisator und Mittleder für Schulen und Präventionsangebote stehen.
- Wir fordern, dass das Thema „Sexueller Missbrauch“ frühestmöglich in den Schulunterricht mit Aufklärungsmaßnahmen integriert wird.
- Wir setzen uns dafür ein, dass Lehrer und Pädagogen für das Thema sensibilisiert werden. Dazu muss Sexueller Missbrauch ab sofort auch Thema in der Pädagogenausbildung werden. Bereits ausgelernte Pädagogen sollen Weiterbildungskurse belegen müssen.
- HAUPTZIEL ist und bleibt, das Thema "sexueller Missbrauch" publik zu machen, aufzuklären, Präventionsarbeit zu leisten! Hierzu ist der Verein z. B. Mitveranstalter von Aktionstagen (siehe www.missbraucht.de) – der nächste soll 2006 in Hamburg stattfinden, aber auch diverse Pressemitteilungen und Fernsehauftritte in der Vergangenheit waren sicherlich erst der Anfang.
Für diese und weitere Ziele benötigen wir Ihre / Deine Unterstützung!!"