Hetzte heterophobe taz in “Stuermer”-Manier gegen Polen?
Es geht mir hier nicht in erster Linie um die Homo-Lobby, deren Leib- und Magen-Blatt die taz ist, nein. Es geht auch nicht darum, ob Homosexualität therapierbar ist (ja, dieser Ansicht bin auch ich) oder nicht. Auch läuft es nicht darauf hinaus, die taz abzuwatschen. Hätte statt der taz die FAZ eine solch saublöde "Satire" redaktionell zu verantworten, in der das polnische Staatsoberhaupt (auf das Übelste) beleidigt und verunglimpft wird, würde ich ebenso das Wort ergreifen.
Nur: es war nun mal die taz. Dass diese sich auch schon mal die "Diffamierung einer Jugendgruppe gegen Rechts- und Linksextremismus" vorzuwerfen hatte, sollte an dieser Stelle auch nicht unerwähnt bleiben. Wer antifaschistisches Engagement (gleich, ob gegen braune oder rotlackierte Faschisten) durch den Dreck ziehen bzw. gewaltfrei gegen Rassismus aktiven jungen Menschen Steine in den Weg legen ließ, der ist allein darfür verdammt scharf zu kritisieren!
Was aber ist nun der Stein des Anstoßes gewesen? Ein "satirischer" Beitrag der "tageszeitung"! Vorab: auch die Bezeichnung des mir im Gegensatz zu Volker Beck (durch seinen Auftritt in Moskau noch in Erinnerung haftend) sympathischen Kurt Beck (Bundesvorsitzender der SPD) als "Problembären" mit dem Zusatz "Knallt die Bestie ab!" halte ich für geschmacklos. Will heißen: es muss ja nicht unbedingt ein Christdemokrat sein, um ihn gegen Hass und Hetze unter dem Deckmantel der Satire in Schutz zu nehmen. Um einen engagierten Christen und Demokraten, den in der breiten polnischen Bevölkerung überaus beliebten und auch international in der wertkonservativen Christdemokratie höchst angesehenen Lech Kaczynski, polnischer Staatspräsident.
Anders als die Titanic im Fall K. Beck wurde die taz aber nun nicht etwa gleich juristisch belangt, sondern der Spieß politisch-publizistisch umgedreht. Sie muss sich jetzt halt gefallen lassen, mit dem NS-"Stürmer" verglichen zu werden. Der Chef der polnischen Präsidentenkanzlei Maciej Lopinski wirft der taz vor, sie folge der „Poetik“ des nationalsozialistischen Propagandablattes „Der Stürmer“ aus den dreißiger Jahren.
Auf der Internetseite des Präsidenten wurden am heutigen Donnerstag ein Auszug aus einer Fernsehinterview Lopinskis veröffentlicht und mit dem Faksimile eines Titelblattes des Stürmers samt seinem Motto „Die Juden sind unser Unglück“ illustriert. „Das ist die Verbindung von blauäugigen Deutschen auf der einen und polnischen Kartoffeln auf der anderen Seite“, sagte Lopinski. In dem Text ist von den „blauen Augen und Ohren“ der Deutschen die Rede, die diese sich beim Anblick des polnischen Präsidenten verdutzt rieben. Und so weiter und so fort. Gewiss würden beide Seiten gut beraten sein, verbal abzurüsten.
Angefangen hat aber nun mal die taz, nun muss sie sich harsche, beißende Kritik gefallen lassen! Im Gespräch mit nun wirklich nicht "homophoben" oder deutschen-feindlichen polnischen Freundinnen und Freunden erfuhr ich, dass die Sympathien für Kaczynski "durch einen so plump, primitiv und faschistoid daherkommenden Text wie den der taz" eher noch steigen. Die taz wird getadelt, wohin man in polnischen Communities auch blickt: als "niveaulos, dumm-dreist, humorlos, arrogant" (heftigere Zuschreibungen zitiere ich hier mal nicht). Nun denn, da hat sich das Blättchen was eingebrockt.
Nicht nur, um zu zeigen, dass ich durchaus auch die polnische Staatsspitze zu kritisieren bereit bin: wenn es stimmt, dass Pawel Dąbrowski, Informationschef des polnischen Außenministeriums, fristlos seinen Posten räumen musste, nachdem der taz-Artikel in der internationalen Presseschau auf der Homepage des Außenministeriums erschien, kann ich auch darüber nur mit dem Kopf schütteln. So, liebe Gazeta Wyborcza, bitte nun nicht nur diesen letzten Absatz übersetzen, sondern meinen ganzen Blog-Beitrag, und abdrucken.
5 Antworten to “Hetzte heterophobe taz in “Stuermer”-Manier gegen Polen?”
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“Es geht auch nicht darum, ob Homosexualität therapierbar ist (ja, dieser Ansicht bin auch ich) oder nicht.”
Nur um mich zu versichern, dass ich dich richtig verstanden habe: Du hältst Homosexualität für therapierbar?
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@Marcel
Ja. Ich bin für “Helfen statt Strafen”!
Aber interpretier’ jetzt bitte nichts Falsches rein. Rede ich damit der Zwangstherapie das Wort? Nein. -
Keine Angst: Das Verlangen nach einer Zwangs-Therapierung habe ich dir nicht unterstellen wollen.
Aber denkst du nicht, dass du, wenn du von einer “Therapie” sprichst, dadurch davon ausgehst, dass es sich
bei Homosexualität um eine Krankheit bzw. um ein Problem, das behoben werden soll, handelt? -
Sehr guter Beitrag !
Tausend mal besser als die radikalen Berichte in dem TAZ-Drecksblatt, welches mittlerweile vom Niveau her der Bild-Zeitung konkurenz macht.
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[...] Aller anti-polnischen und anti-christlich(demokratisch)en Hetze zum Trotz hat Jaroslaw Kaczynski es endlich geschafft, polnischer Ministerpräsident zu werden. Daztu gratuliere ich ihm von Herzen! Zudem pflichte ihm ihm bei, dass die taz sich gefälligst endlich zu entschuldigen hat. Ich schäme mich dafür, dass Deutschland durch die unerträgliche HaSS-Häme der "tagezeitung" gegen die polnische Staatsspitze Schaden nimmt. Die Motive sind ja bekannt. [...]