Projekt “Jugend gegen Gewalt an Schulen” nimmt neuen Anlauf!
Nach dem Hilferuf von Lehrerinnen und Lehrern der Berlin-Neuköllner Rütli-Hauptschule stehen der Regierende Bürgermeister Wowereit und Schulsenator Böger zurecht unter Beschuss. Vor einem halben Jahrzehnt schon richtete nämlich das Weisse Rose-Jugendbündnis (WR-JB) ein Hilfegesuch an den Berliner Senat, da meine FreundInnen und ich die jetzige Situation (an Schulen immer mehr Mobbing, Terror und Gewalt) kommen sahen. Wir wollten gegensteuern und beantragten Mittel., die die nun anfallenden Folgekosten bei weitem unterschritten hätten. Was aber geschah? Statt zu helfen (finanziell hätte ja nicht mal sein müssen; ideell hätte auch schon Positives bewirkt) gingen die Regierenden nach der Devise "Angriff ist die beste Verteidigung" vor: es wurde also nicht nur der Antrag abgelehnt, sondern auch noch ein Berliner Blatt beauftragt, das Projekt madig zu machen. Damit Beschwerden des WR-JB (darüber, dass die Berliner Verantwortlichen junge Leute in ihrem ehrenamtlichen Engagement gegen Gewalt an der Schule im Stich lassen) kein allzu dramatisches Echo auslösten. Die Rechnung der Rufmörder ging auf, zumal zusätzlich auch noch ein berüchtigter Berliner (Naziseiten-verlinkender) Journalist geordert wurde, um dem Projekt junger Menschen für eine verbesserte Integration an Berlins Schulen den endgültigen Todesstoß zu versetzen. Die Rechnung ging insofern auf, als nicht die eigentlichen Versager (Berlins Politik, v. a. die der SPD und der SED-Nachfolgepartei) in die Kritik gerieten, sondern die Jugendlichen, die um Hilfe gebeten hatten. Paradox, verkehrte Welt! Wenn wir nun einen neuen Anlauf unternehmen, dann in der Hoffnung, dass Rot-Rot in einigen Monaten abgewählt wird, die Hauptverantwortlichen (Wowereit etc.) für die Misere zur Rechenschaft und die zwei Journalistinnen bzw. der Journalist, die sich indirekt an zunehmender Gewalt mitschuldig machten, aus dem Verkehr gezogen werden! Die respectablen Aktivitäten von bürgerlichen, nicht-autonom-militanten, nicht-gewaltbereiten, nicht-linksextremen Gruppen wie "Weisse Rose" für Völkerverständigung und -freundschaft gilt es endlich entsprechend zu würdigen!
Weitere lesenswerte (Blog-)Berichte zum Thema:
"Rütli-Schule im Spiegel 13/06" (PI)
"Necla Kelek zur Rütli-Schule: Diese Leute haben nie Achtung vor anderen gelernt!" (PI)
"Hyperaktivität angesichts der Misere" (PI)
"Berlin-Neukölln: ein Problem" (PI)
"Neukölln-sous-Bois, Rütli sur Seine – Gewalt, die Sprache der Sprachlosen" (PI)
"Alltag in der Rütli-Schule" (PI)
"E-Mail an N24 – Zum Thema: Gewalt an der Berliner Rütli-Schule" (PI)
"Neues von der Rütli-Schule" (PI)
"Rütli-Schule" (Mehrzweckbeutel)
"Neuer Brandbrief: Theodor-Plievier-Schule" (kewil)
"Tyrannei der Verlierer" (Focus)
"Doppelte Lebenslüge" (WamS)
"Die verlorenen Kinder aus der Rütli-Straße" (WamS)
"Scharfer Streit um Gewalt an Schulen – Berliner Senat räumt Fehler ein" (WamS)
"Jörg Schönbohm: Senat hätte längst handeln müssen!" (Die Welt)
"Merkel rügt Berliner Schulsenator" (Die Welt)
Böger räumt Fehler ein (RBB)
5 Antworten to “Projekt “Jugend gegen Gewalt an Schulen” nimmt neuen Anlauf!”
-
Hola! Habe Dich gestern dazu gleich 3 x im Fernsehen gesehen!
Da haste die Dinge gut formuliert und auf den Punkt gebracht!Hätte nicht gedacht, dass der Grund für 2 blogfreie Tage Deine erstaunliche Medienpräsenz zum Fall Rütli-Schule in Berlin war.
Wie Du Böger und den rotroten Senat ob dessen Versagen gegen Jugendgewalt angeprangert hast und mehr Mittel für gewaltfreie Jugendarbeit fordertest, war allerste Sahne!
Trackbacks/Pingbacks »»>
-
[...] "Projekt Jugend gegen Gewalt an Schulen nimmt neuen Anlauf" (magnusbeckerblog.de, 2. 4. 06)"Integration – Zuwanderer sollen Vertrag unterschreiben" (Focus)"Berliner Schule: Gewalt gegen farbigen Schüler" (Focus)"Schavan: Problemschüler sollen in Internate" (Focus)"Gewalt an Hauptschulen – Union fordert hartes Durchgreifen" (NGZ)"Gewalt an Schulen – Kommentar: Notruf vom Rütli" (Handelsblatt)"Schul-Gewalt wirft Leitkultur-Frage auf" (Handelsblatt)"Schul-Terror: Bayern zieht erste Konsequenzen" (PI) [...]
-
[...] TV-Tipp: "Integration? Ey Mann, was soll der Scheiß!" (WDR, 20.15 – 21.45 Uhr) – "Wenn Hochdeutsch in der Klasse zur Fremdsprache wird, dann hat auch der beste Lehrer keine Chance. Die Brandbriefe aus den Hauptschulen zeigen: Da tickt eine gesellschaftliche Zeitbombe. Gewalt in der Pause, Minimal-Unterricht unter Polizeischutz – ist das Projekt "Integration" noch zu retten? Fehlt es an Toleranz – oder vielleicht doch an Druck?" – Gewürdigt wird (wie heute schon in der Debatte von Bundestag und NRW-Landtag) sicher auch in dieser Sendung das unbezahlte gewaltfreie ehrenamtliche Engagement von Jugendlichen und jungen Erwachsenen wie denen des Weiße Rose-Jugendbündnisses (wo nicht etwa die Täter im Mittelpunkt stehen und zu allem Überfluss auch noch mediale Aufmerksamkeit erhalten, sondern deren Opfer oder potentiellen Opfer! Um Jugend- und Opferschutz, um eine "Kultur der Anerkennung" (Wilhelm Heitmeyer), darum geht es in diesen Tagen in der Diskussion um ausufernde Jugend-Gewalt an deutschen Schulen. (zu dem Thema mehr hier, hier und hier) [...]
-
[...] Nicht nur hierzulande wird infolge des Hilferufs von Lehrern der Rütli-Hauptschule in Berlin-Neukölln das Thema Zuwanderung und MultiKulti hitzig diskutiert. Auch in den USA geht es um "Integration", aber beinah nur noch um "illegal Immigration", jedenfalls den topTags in amerikanischen Suchdiensten nach zu urteilen. Es geht um das Versagen der Politik(-er) und Auswirkungen auf Toleranz und Zusammenhalt in der Gesellschaft. Hier wie dort hapert es, glaubt man gegen Rassismus engagierten Bloggern, an ausreichend Hilfe für Initiativen gegen Rechtsextremismus (initiatives against the right). Kein Wunder, dass (v. a. Jugend-)Gewalt und -Kriminalität zunehmen, wenn am falschen Ende gespart wird! [...]
-
[...] Mein Tadel setzt ganz woanders an. Heye hätte einst als Regierungssprecher von Rot-Grün ganz anders agieren müssen und können. Er hätte als Mann der Öffentlichkeit für mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung junger Leute sorgen können, die sich gegen den Rassenhass und Diskriminierung engagier(t)en. Damals wurde verharmlost, was das Zeug hält! Vorbildliche Projekte junger Menschen gegen Rechtsextremismus (www.weisse-rose.info z. B.), die aber nicht dem rot-grünen Spektrum in den A…. kriechen wollten, wurden im Stich gelassen! Damals wie heute hatte Heye an der Spitze von "Gesicht zeigen!" leider keinen einzigen Cent und keine Zeile (oft sind auch schon wenige Worte der Anerkennung eine Hilfe für Jugendliche im Kampf für Toleranz und Fremdenfreundlichkeit) übrig. Nur aus diesem Grunde schließe ich mich der Forderung von Brandenburgs Innenminister Schönbohm nach Herrn Heyes Rücktritt an. Es muss endlich mehr gegen Extremismus getan werden -übrigens auch in Westdeutschland! [...]